direkt zum Inhalt springen

direkt zum Hauptnavigationsmenü

Sie sind hier

TU Berlin

Inhalt des Dokuments

Aktuelle Forschungsprojekte

Kybernetik und Geisteswissenschaften (2018) 
Hans-Christian von Herrmann, Boris Goesl
 
„Kybernetik“ ist der Name, den der amerikanische Mathematiker Norbert Wiener 1948 einem zu dieser Zeit beispiellosen Forschungsprogramm gab, in dem Ingenieurswissenschaften, Lebenswissenschaften und Geisteswissenschaften zusammentrafen und das bis Ende der 1960er Jahre weltweit die Hoffnungen auf eine umfassende technologische Rekonfiguration menschlichen Denkens, Handelns und Zusammenlebens nährte. In den vergangenen Jahren ist immer deutlicher geworden, dass dieses mit seinem utopischen Versprechen universeller Regelbarkeit zweifellos gescheiterte Projekt im Rückblick doch einen nachhaltigen kulturgeschichtlichen Wandel markiert, der sich mit der Entstehung nicht nur automatischer, sondern auch autonomer Maschinensysteme verbindet. Im Rahmen des hier skizzierten Projekts sollen Schritte zur Beschreibung dieser neuen Lage unternommen werden, und zwar ausgehend von den späten kulturphilosophischen Arbeiten des Physikers Hermann Schmidt (1894-1968), der 1944 an der TH Berlin den weltweit ersten Lehrstuhl für „Regelungstechnik“ erhielt und diese ganz im Sinne von Wieners Kybernetik als fächerübergreifendes Paradigma, als „allgemeine Regelungskunde“ verstand. Unter dem Titel „Kybernetik als anthropologisches Problem“ formulierte Schmidt 1967 die Aufgabe, den geisteswissenschaftlichen Frage- und Denkstil in die Ingenieurswissenschaften hineinzutragen und sie damit für inter- und transdisziplinäre Debatten zu sensibilisieren.
 
Finanziert durch die interne Nachwuchsförderung der TU Berlin  






 

 

Kulturen der Messbilder: ikonometrische Wissenskonfigurationen des Messbarmachens und Messens (2016/17)

Hans-Christian von Herrmann, Kohei Suzuki, in Zusammenarbeit mit Sara Hillnhütter (Abteilung "Das Technische Bild" des Hermann von Helmholtz-Zentrums für Kulturtechnik und des Instituts für Kunst- und Bildgeschichte, Humboldt-Universität zu Berlin)
 
Das Messen ist an der Entstehung der modernen Wissenschaft maßgeblich beteiligt. Die Messbilder sind daher nicht als ein bloßes Hilfsmittel, sondern vielmehr als eine signifikante Kulturtechnik zu bezeichnen, welche die Unterscheidung zwischen dem Messbaren und dem Unmessbaren d.h. die Bedingung des Messens schlechthin herstellt und somit eine prägende Rolle bei der Konstitution von Wissen innehat. Darüber hinaus wird die ikonometrische Ästhetik, die sich aus der synchronen Doppelfunktion der Messbilder von Bild und Maß ergibt, z.B. in fotobasierter Computergrafik weit über die rein wissenschaftlichen Anwendungen der Messbilder hinaus immer präsenter. Die Messbilder markieren mithin einen produktiven Knotenpunkt zwischen Wissenschaft, Technik und Kunst. Jedoch weder eine bloße Feststellung dieser Faktizität noch ihre reine Historisierung ist das Ziel des Projekts, das sich in den Schwerpunktrahmen des Fachgebiets Literaturwissenschaft „Kulturen des Wissens“ verortet. Vielmehr ist das innovative Potential der Messbilder dadurch neu zu erschließen, dass die genaue Herkunft und Prozessualität der Messbilder sowie ihre ikonometrische Ästhetik an einem dynamischen Geschichtsmodell, anhand von konkreten Fallstudien und angemessenen Begriffsbildungen erforscht werden. Dementsprechend sind die drei zentralen Fragen des Projekts wie folgt prägnant zu formulieren: Wie entstanden Messbilder? Wie funktionieren Messbilder? Wie wirken Messbilder?
 
Finanziert durch die interne Nachwuchsförderung der TU Berlin 






 

 

Abgeschlossene Forschungsprojekte

DFG-Projekt Zeit - Bild - Raum. Das Projektionsplanetarium zwischen Medienästhetik und Wissensrepräsentation (2011-2016)

Hans-Christian von Herrmann, Boris Goesl, Kohei Suzuki

Als begehbares, immersives Modell des Kosmos gewährte das Projektionsplanetarium zu Beginn des 20. Jahrhunderts erstmals die Erfahrung einer vollkommen technisch durchdrungenen Natur. In den Jahren 1919 bis 1925 wurde in den Jenaer Zeiss-Werken ein kuppelförmiges Gebäude erfunden, das für seine Besucher den natürlichen Eindruck von Fixsternen und Planeten aus einer Projektion von Lichtpunkten und einer komplexen Überlagerung von Drehbewegungen hervorgehen ließ: das Projektionsplanetarium. Damit trat der entgötterte und in seinen Erscheinungen allein den Gesetzen von Newtons Mechanik folgende Sternenhimmel, an dem die Transzendentalphilosophie Kants die Autonomie des Erkenntnissubjekts exemplifiziert hatte, ins Zeitalter seiner technischen Reproduzierbarkeit ein. Als Simulation des raum-zeitlichen Umweltbezugs des Menschen wurde das Projektionsplanetarium zu einem Ort, an dem mitten im städtischen Alltag Natur als Produkt medialer Prozesse hervortrat und zugleich ästhetisch der Übergang in neue technische Umwelten eingeübt werden konnte.
Die Abschlußpublikation ("Zum Planetarium") erscheint im Frühjahr 2018 im Wilhelm Fink Verlag.
Zum Raum wird hier die Zeit. Das Zeiss-Planetarium als Medieninstallation und künstliche Umwelt" - Vortrag am Brandenburgischen Zentrum für Medienwissenschaften, Potsdam, am 31.05.2016
Tagungsbericht Weltinnenraum. Das Planetarium als Medium kosmologischer Reflexion (25./26.04.2013)

      

DFG-Projekt Konstellationen. Das Projektionsplanetarium als immersiver Wissensraum (2013-2016)

Hans-Christian von Herrmann in Zusammenarbeit mit dem Planetarium Hamburg 

Ziel des Erkenntnistransferprojekts 'Konstellationen. Das Planetarium als immersiver Wissensraum' ist der Transfer der im Rahmen des DFG-Projekts 'Zeit-Bild-Raum. Das Projektionsplanetarium zwischen Medienästhetik und Wissensrepräsentation' gewonnenen Erkenntnisse an den darin untersuchten Ort. Kooperationspartner ist dabei das Planetarium Hamburg. Im Rahmen der Zusammenarbeit soll erprobt werden, inwieweit die aktuelle Praxis der populären Wissensvermittlung im Planetarium durch Ansätze und Beschreibungen aus dem Bereich der historischen Kulturwissenschaften aufgeklärt und befördert werden kann. Das Projekt beabsichtigt nicht allein bestimmte Inhalte zu transferieren, sondern will auf der Ebene der technischen und ästhetischen Formen nach dem Wissen im Planetarium und seiner Vermittlung fragen. Den Ausgangspunkt bildet dabei der gegenwärtig sich vollziehende Wandel des Projektionsplanetariums hin zu einem universellen digitalen Bildmedium. Ermöglicht wird er durch die Einführung der neuen computergesteuerten Fulldome- oder Ganzkuppelprojektionstechnik, die die Bindung des Planetariums an die Vermittlung astronomischen Wissens vielerorts bereits aufgehoben hat. Hauptgegenstand der geplanten Zusammenarbeit ist die gemeinsame Konzeption und Entwicklung eines 15-20-minütigen Videofilms für die digitale Kuppelprojektion, in dem das Zusammenspiel von Wissen, Technik und Ästhetik im Planetarium beleuchtet wird.
Die Abschlußveranstaltung fand im Zeiss-Großplanetarium Berlin statt. (Termine: 19.05., 16.06. und 28.07.2017, jeweils 18-20 Uhr)
Pressemitteilung
Rezension der Aufführung beim Fulldome Festival 2016 in Jena

 

 

Zusatzinformationen / Extras

Direktzugang

Schnellnavigation zur Seite über Nummerneingabe