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TU Berlin

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Kybernetisches Sprachmodell (Klaus Baumgärtner, Institut für Sprache im technischen Zeitalter, TU Berlin, 1965)
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Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Literatur und Wissenschaft

Mit seinem Schwerpunkt "Literatur und Wissenschaft" ermöglicht das Fachgebiet Literaturwissenschaft an der TU Berlin die gezielte Weiterentwicklung literatur- und sprachwissenschaftlicher Interessen und zugleich einen besonderen Zugang zum interdisziplinären Forschungsfeld der geisteswissenschaftlichen Wissenschafts- und Technikforschung. Im Masterstudiengang Theorie und Geschichte der Wissenschaft und Technik [2] bilden die Lehrveranstaltungen der Literaturwissenschaft eine von drei Studienrichtungen. Sie widmen sich dem Wandel von Sprache und Literatur im 'technischen Zeitalter', und das heißt im Licht von Technoscience und Maschinenintelligenz. Im Bachelorstudiengang Kultur und Technik [3] ist die Literaturwissenschaft für das interdisziplinäre Modul "Text und Wissen" verantwortlich. 

Zur Geschichte der Literaturwissenschaft an der TU Berlin

Erste Ausgabe der Zeitschrift "Sprache im technischen Zeitalter", Herbst 1961
Lupe [4]

Seit 1895 wurden an der Königlichen Technischen Hochschule zu Berlin regelmäßig literaturgeschichtliche Vorlesungen gehalten, und zwar im Rahmen der Abteilung für Allgemeine Wissenschaften, die das Fachstudium der Architektur, des Bauingenieurwesens, des Maschineningenieurwesens, des Schiff- und Schiffsmaschinenbaus sowie der Chemie und Hüttenkunde mit ihrem Lehrangebot ergänzte. Es reichte von der Mathematik und der Physik über die Nationalökonomie und die Rechtswissenschaft bis zur gewerblichen Gesundheitslehre und dem Fremdsprachenunterricht. Nach der 1946 erfolgten Neugründung [5] als Technische Universität Berlin ging aus der Abteilung für Allgemeine Wissenschaften die Humanistische Fakultät hervor. Gemeinsam mit der Philosophie sowie der Kunst- und Musikgeschichte trug das Fach Deutsche Literatur nun zu einem für die Studenten aller Fakultäten verbindlichen, allgemeinbildenden Lehrprogramm bei. Der Literaturwissenschaftler Paul Altenberg, unter dessen Leitung 1954 auch die Berliner Urania [6] in den Räumen der TU Berlin wiedereröffnet wurde, war einer der prägenden Hochschullehrer dieses humanistischen Studiums in den fünfziger Jahren. Als sein Nachfolger wurde 1959 der Germanist, Lyriker und Literaturkritiker Walter Höllerer berufen. Er trat nachdrücklich für einen Ausbau der Humanistischen Fakultät in Richtung eines breiten geisteswissenschaftlichen Fächerspektrums ein und machte die Literaturwissenschaft mit der Gründung eines Instituts und einer Zeitschrift für "Sprache im technischen Zeitalter" zugleich zum Ort eines ganz neuen interdisziplinären Forschungsinteresses. Die Zeitschrift [7], deren erste Ausgabe im Herbst 1961 erschien, betrachtete es als ihre Aufgabe, sich der Frage nach der Technik auf dem Weg einer Analyse des gesamten Feldes gegenwärtiger Sprachpraxis zuzuwenden einschließlich der Sprache der Massenmedien und der formalen Computersprachen. In den ersten Jahren war es vor allem der Linguist Klaus Baumgärtner, der als Höllerers Assistent mit der Entwicklung eines kybernetischen Sprachmodells den Auftrag des Institutsnamens einlöste. Im Wintersemester 1961/62 fand in der Berliner Kongresshalle (dem heutigen Haus der Kulturen der Welt) eine von Höllerer organisierte internationale Lesereihe [8] statt, an der Schriftsteller wie Ingeborg Bachmann, Friedrich Dürrenmatt, Henry Miller, Natalie Sarraute und Eugène Ionesco teilnahmen und die vom Sender Freies Berlin aufgezeichnet wurde. Weitere Fernsehsendungen [9] Höllerers (im Rahmen der Reihe "Berlin stellt vor") präsentierten Persönlichkeiten aus der Berliner Wissenschafts- und Kunstszene im Gespräch. Mit dem Literarischen Colloquium Berlin (LCB [10]) begründete Höllerer 1963 zudem ein bis heute bestehendes Haus zur Förderung der Gegenwartsliteratur. Der von Höllerer als Dekan betriebene Ausbau der Humanistischen Fakultät betraf insbesondere auch die literaturwissenschaftlichen Fächer. So wurde die Germanistik bald um eine ältere Abteilung erweitert und konnte sich damit nach und nach als eigenständiges Fachinstitut etablieren. Norbert Miller und Friedrich Knilli begannen hier als Assistenten ihre akademische Laufbahn. In den siebziger Jahren setzte Miller dann als Lehrstuhlinhaber Akzente in Richtung einer auch Kunst und Musik einbeziehenden Vergleichenden Literaturwissenschaft, während Knilli mit der Entwicklung eines medienwissenschaftlichen Lehrangebots Schritte zu einer institutionellen Ausdifferenzierung unternahm, die dann 1982 zur Etablierung eines eigenen Studiengangs führte. Mit Thomas Cramer, Peter Wapnewski, Conrad Wiedemann, Hans Dieter Zimmermann, Reinhard Baumgart und Harald Hartung war an der TU Berlin bis in die späten neunziger Jahre die deutsche Literaturgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart vertreten. Ein besonderes Interesse galt dabei, auch in Zusammenarbeit mit der 1992 gegründeten Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften (BBAW [11]), der Berliner Klassik und Romantik. Zum Wintersemester 1999/2000 übernahm Sigrid Weigel zugleich mit ihrem Ruf an die TU Berlin die Direktion des Zentrums für Literatur- und Kulturforschung (ZfL [12]). Ihr Vorschlag, die geisteswissenschaftlichen Fächer thematisch und methodisch auf die technik- und naturwissenschaftlichen Disziplinen auszurichten, fiel in eine Zeit einschneidender Kürzungen. Mit der 2009 erfolgten Eröffnung der Studiengänge „Kultur und Technik“ (B.A.) und „Geschichte und Kultur der Wissenschaft und Technik“ (M.A.) (mittlerweile erweitert und neu benannt als "Theorie und Geschichte der Wissenschaft und Technik") konnte die Reform aber in vieler Hinsicht umgesetzt werden. Das verbliebene Fachgebiet Literaturwissenschaft mit dem Schwerpunkt Literatur und Wissenschaft ist heute Teil des Instituts für Philosophie, Literatur-, Wissenschafts- und Technikgeschichte.

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